Ein intensives, mitreißendes und hochemotionales Jahr 2026 liegt hinter uns. Wenn wir auf die vergangenen Monate zurückblicken, dann auf eine Saison voller dramatischer Wendungen, enormer Lerneffekte und charakterstarker Auftritte. Von den ersten Schlagabtauschen der regulären Saison bis zum packenden Wildcard-Race im Sommer hat unser Team alles auf dem Feld gelassen.

Auch wenn der ganz große sportliche Ertrag in Form einer Playoff-Teilnahme am Ende ausblieb, hat diese Spielzeit bewiesen: In dieser Mannschaft steckt eine unbändige Moral, ein gewaltiges Entwicklungspotenzial und eine Identität, auf die wir im Ballpark Eglfing stolz sein können.

Führung mit Klarheit und Leidenschaft: Das Premierenjahr von Headcoach Yves Steinbach

Dass die Mannschaft in dieser Saison eine so geschlossene Einheit bildete und charakterlich eng zusammenrückte, ist zu großen Teilen der Verdienst unseres neuen Cheftrainers. Für Yves Steinbach war 2026 das erste Jahr als Headcoach im Dugout des DBL-Teams. Mit enormer Akribie, hoher fachlicher Kompetenz und großem menschlichen Einfühlungsvermögen prägte Steinbach von Tag eins an die Kultur im Team. Er impfte der Truppe eine klare Philosophie ein, die auf Disziplin und Teamgeist. Selbst in schwierigen Phasen der Saison bewahrte er die Ruhe und fand stets die richtigen Worte, um die Mannschaft nach Rückschlägen wieder aufzurichten. Yves Steinbach hat in seiner Premierensaison als Headcoach das Fundament für die nachhaltige Weiterentwicklung unserer sportlichen Entwicklung gelegt.

Teil 1: Sand im Getriebe – Der beschwerliche Saisonauftakt

Der Start in die Erstliga-Saison 2026 verlangte uns direkt alles ab. In den ersten Serien gegen etablierte Größen der 1. Baseball-Bundesliga bekamen wir eiskalt aufgezeigt, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Niederlage auf diesem Niveau ist.

Lehrgeld in Mainz und Heidenheim

Zum Auftakt in Mainz spiegelte sich das spätere Leitmotiv der ersten Saisonhälfte wider: Eine engagierte Leistung, die nicht belohnt wurde. Wir erarbeiteten uns unzählige Gelegenheiten, litten jedoch unter der mangelnden Ausbeute mit Läufern in Scoring Position. Ein Wochenende der verpassten Chancen hinterließ erste Spuren, doch die Einsicht war klar: Wir sind konkurrenzfähig, müssen aber in den entscheidenden Momenten eiskalt vollstrecken.

In Heidenheim trafen wir auf die gewohnte Effizienz des Meisterschaftsanwärters. Während wir uns defensiv und auf dem Mound teuer verkauften, zeigten uns die Heideköpfe, wie man gegnerische Fehler kompromisslos ausnutzt. Auch in den Partien gegen die Stuttgart Reds wurde deutlich, dass kleine Unkonzentriertheiten im Field oder auf den Bases in der 1. Bundesliga sofort bestraft werden.

Der emotionale Wendepunkt gegen den Vizemeister

Die Erleichterung folgte schließlich vor heimischem Publikum: Gegen die hochfavorisierten Guggenberger Legionäre aus Regensburg platzte endlich der Knoten. In einem dramatischen Krimi feierten wir unseren ersten Saisonsieg. Das Team bewies im Duell mit dem Vizemeister enormes Kämpferherz, hielt dem Druck in der Schlussphase stand und belohnte sich für den unermüdlichen Aufwand. Es war der symbolische Beweis dafür, dass wir an guten Tagen jeden Gegner der Liga ins Wanken bringen können.

 

Das jüngste Team der Liga: Jugendlicher Schwung und Reifeprozess

Ein Blick auf die Struktur der Liga unterstreicht den besonderen Charakter unseres Weges. Vergleicht man die Kader der übrigen 11 Teams, sticht bei den Disciples ein entscheidendes Merkmal hervor: Wir sind mit einem extrem niedrigen Altersschnitt mit, wenn nicht sogar das jüngste Team der gesamten Liga. Während viele Konkurrenten auf erfahrene Routiniers und langjährige Import-Veteranen setzen, schenken wir konsequent jungen Talenten und Eigengewächsen das Vertrauen. Dieser jugendliche Unbekümmertheit verdanken wir unsere spektakulären Aufholjagden, die enorme Laufbereitschaft und die mitreißende Energie auf dem Feld. Auf der anderen Seite bezahlten wir naturgemäß in Form von Lehrgeld in engen Endphasen oder defensiven Unkonzentriertheiten. Dass diese junge Truppe immer wieder auf Augenhöhe mit den Top-Teams agiert, zeigt das gewaltige Potenzial für die kommenden Jahre.

Teil 2: Die Mitte der Saison – Wachstum, Resilienz und der erste Heim-Split

In der Mitte der regulären Saison zeigte das Gesicht der Disciples klare Reifeprozesse. Die defensiven Mechanismen griffen von Woche zu Woche besser, und auch die Pitching-Rotation um Nico Holdorf, Daniel Wolf und den Bullpen fand zunehmend ihre Stabilität.

Derby-Dämpfer und Wiederauferstehung

Das Lokalderby gegen die Gauting Indians lieferte stets eine besondere Brisanz. Beim ersten Gastspiel in Gauting mussten wir nach eigenen Ungenauigkeiten bitter beide Punkte liegen lassen. Doch die Antwort der Mannschaft ließ nicht lange auf sich warten: Im Rückspiel im Ballpark Eglfing feierten wir gegen die Mainz Athletics einen hochverdienten Heimsieg am Samstag. Auch wenn die Sonntagsspartie als Lehrstunde an die Gäste ging, war der Befreiungsschlag auf eigenem Terrain extrem wichtig für das Selbstvertrauen.

Auf Augenhöhe mit den Großen

Die Rückspiele gegen die Top-Teams zeigten unser wahres Potenzial. In Heidenheim schrammten wir nach einer taktischen und kämpferischen Glanzleistung nur hauchdünn an einer riesigen Sensation vorbei. Gleiches Bild im Ballpark Eglfing gegen Stuttgart und Regensburg: Wir forderten die Favoriten bis in die späten Innings, bissen uns nach Rückständen immer wieder zurück und zwangen die Gegner in Extra-Innings und Verlängerungen. Zwar fehlte in diesen Overtime-Krimis zu oft das Quäntchen Glück, doch die gezeigte Resilienz formte den Kern unseres „Disciples-Spirits“.

Teil 3: Das Wildcard-Race – Dramatik pur und der finale Kampf

Mit Beginn des Wildcard-Races spitzte sich die Lage im Kampf um die verbleibenden Postseason-Plätze zwischen Gauting und Stuttgartzu. Was folgte, waren vier Serien voller Emotionen, Schlagabtausche und Wendungen.

Nervenschlacht im Ballpark Eglfing und Dämpfer in Stuttgart

Zum Auftakt des Wildcard-Races empfingen wir die Gauting Indians in Eglfing. Zwei hochexplosive Begegnungen entwickelten sich zu echten Krimis. In Spiel 1 mussten wir uns erst in der Verlängerung nach der Tie-Breaker-Regel mit 5:6 geschlagen geben. In Spiel 2 mündete ein Offensiv-Spektakel trotz einer Aufholjagd im neunten Inning in einer knappen 10:12-Niederlage.

Nach diesem Rückschlag reisten wir zu den Stuttgart Reds. Im Stuttgarter Ballpark fanden wir defensiv im ersten Spiel (2:12) sowie offensiv gegen starkes Heim-Pitching im zweiten Spiel (0:4) nicht zu unserer Leistung

Magie in Gauting: Die Neunte-Inning-Explosion

Aufgeben war für uns jedoch keine Option. Beim Auswärts-Derby in Gauting schrieben wir eine der emotionalsten Geschichten der gesamten Saison. Nach einem 1:3-Rückstand im ersten Spiel bliesen wir im neunten Inning zur finalen Attacke: Mit RBI-Hits von Simon Weinsteiger, einem krachenden Triple von Leo Berger, dem Ausgleich durch Sam Hermann und dem kühlen Sacrifice Fly von Owen Fierlbeck drehten wir die Partie vor ungläubigen Kulissen in einen 4:3-Triumph! Auch wenn Spiel 2 am Folgetag per Shutout an Gauting ging, zeigte dieser Comeback-Sieg, was in dieser Truppe steckt.

Ein würdiger Heimabschluss mit Gänsehaut-Atmosphäre

Zum großen Saisonfinale begrüßten wir die Stuttgart Reds noch einmal im Ballpark Eglfing. Der Sonntag brachte noch einmal ein absolutes Highlight abseits und auf dem Feld: Der Haarer Bürgermeister übernahm die Moderation als Stadionsprecher und heizte den Fans auf den Rängen mächtig ein.

Nach einer deutlichen Niederlage am Samstag (0:10) gerieten wir am Sonntag erneut mit 0:5 ins Hintertreffen. Doch getragen von der fantastischen Stimmung auf den Tribünen entfachten wir im vierten Inning ein Offensiv-Feuerwerk der Extraklasse. Ein gewaltiges 9-Run-Inning – gekrönt durch Doubles von Patrick Ludin und Francisco Severo Riestra Briceño sowie ein RBI-Triple von Simon Weinsteiger – drehte das Spiel auf 9:5 und ließ das Stadion beben. Auch wenn die Reds das Spiel am Ende mit 11:9 für sich entscheiden konnten, war diese Energieleistung ein stolzer, charakterstarker Schlusspunkt unter die Saison.

Analytisches Fazit: Erkenntnisse und der Blick nach vorne

Analysiert man die Saison 2026 nüchtern anhand der Daten und Zahlen, lassen sich drei zentrale Erkenntnisse für unsere zukünftige Entwicklung festhalten:

Gefährliche und tiefe Offensiv-Lineup:

Unsere Schläger haben in vielen Phasen bewiesen, dass sie zweistellig scoren und gegnerische Pitcher mürbe spielen können. Spieler wie Leo Berger, Simon Weinsteiger, Hubert Zgórzyński oder Patrick Ludin sorgten regelmäßig für Extra-Base-Hits und Clutch-At-Bats. Die Fähigkeit, schwere Rückstände im späten Spielverlauf komplett zu drehen, war ein absolutes Markenzeichen dieser Saison.

Defensive Konstanz als Schlüssel:

Ein Großteil der bitteren Niederlagen lässt sich auf kurze, phasenweise Unkonzentriertheiten zurückführen. Einzelne Innings mit gehäuften Errors, Wild Pitches oder Walks haben uns in mehreren Schlüsselspielen um den Lohn gebracht. Hier gilt es im Wintertraining unter Headcoach Yves Steinbach anzusetzen, um dem Pitching-Staff das nötige Polster zu verschaffen.

Moral und Team-Chemie stimmen:

Der wichtigste Faktor lässt sich nicht in der Statistik ablesen: Das jüngste Team der Liga hat sich trotz Rückschlägen, knappen Overtime-Niederlagen und Verletzungspech niemals hängen lassen. Die Entwicklung von einem defensiv noch unsicheren Team zu einer Truppe, die Top-Teams bis zum letzten Out fordert, ist unübersehbar.

 

Die Saison 2026 war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, aus der wir gestärkt hervorgehen. Wir bedanken uns von Herzen bei allen Fans, Helfern, Sponsoren und der gesamten Disciples-Familie für die phänomenale Unterstützung im Ballpark Eglfing!

  • Nico Holdorf
  • Nico Holdorf
  • Die Disciples München-Haar
  • Prep-Talk vor dem Spiel gegen die Heideköpfe
  • Running the bases
  • Daniel Wolf pitcht im letzten Inning gegen Regensburg.
  • Disciples feiern ihren ersten Saisonsieg im Spiel gegen Regensburg.
  • Cisco Riestra scored den winning Run gegen Regensburg.
  • Hubert Zgórzyński mit einem Solo-Homerun gegen Gauting erfolgreich.
  • Mit dem einzigen RBI im ersten Spiel gegen die Gauting Indians: Aodhan Queen.
  • Hubert Zgórzyński mit einem Solo-Homerun gegen Gauting erfolgreich.
  • Muenchen-Haar Disciples stimmen sich aufs Spiel ein.
  • Der Haarer Catcher im Einsatz.
  • Ein Haar Angreifer kurz vor einem Hit.
  • Aodhan-Queen wartet auf den Pitch.
# Team W L PCT STK
1. Heidenheim Heideköpfe 17 3 .850 W5
2. Guggenberger Legionäre 15 5 .750 W4
3. Mainz Athletics 10 10 .500 L2
4. Stuttgart Reds 9 11 .450 L4
5. Gauting Indians 7 13 .350 W2
6. München-Haar Disciples 2 18 .100 L9

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